Mit Hilfe von Kreativität den heilen Kern wiederentdecken.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Mutmachleute erschienen.

Mit meinen Erfahrungen als Lebenscoach & Künstlerin möchte ich zeigen, dass ein einziger Moment alles verändern kann. Ich möchte Menschen Mut machen, dass sie trotz schmerzlicher Erfahrungen immer noch einen natürlichen, heilen Kern in sich tragen. Ich ermuntere Menschen mit Hilfe von Kreativität, diesen wieder zu entdecken. Damit sie aus ihrer Mitte wieder kraftvoll handeln können.

Unser Verstand ist nicht da, um uns glücklich zu machen

Geht es dir auch manchmal so, dass du am liebsten einen Knopf drücken würdest, um deine Gedanken mal einfach ganz abzuschalten? Doch du weißt nicht wie? Du fühlst dich im lauten und schnellen Alltag oftmals überfordert und hast das Gefühl, dass die negativen und ängstlichen Gedanken dir deine ganze Kraft rauben?

Das verstehe ich sehr gut. Damit bist du nicht allein. Viele Menschen wünschen sich, endlich wieder zufrieden und glücklich zu sein und zu ihrer vollen Kraft zurückzufinden, wissen aber nicht wie. Ich möchte euch einen Weg zeigen, wie es gelingen kann.

Dafür ist aber erst einmal wichtig zu verstehen: Unser Verstand ist ein wertvoller Teil von uns, der – wenn man ihn versteht und richtig nutzt – uns in unserem Leben gut unterstützen kann. Seine Aufgabe ist es aber nicht, uns glücklich zu machen!

Unser Sorgenkarussell hat die Aufgabe, uns vor Gefahren zu beschützen. Manchmal übertreibt es unser Verstand nur ein wenig. Er lebt oftmals noch in der alten Steinzeit, wo wir tatsächlich jede Sekunde auf der Hut sein mussten, um nicht vom Säbelzahntiger gefressen zu werden. Ab und zu müssen wir ihn einfach daran erinnern, dass er auch mal eine Ruhepause verdient hat. Unsere Gedanken arbeiten schließlich unaufhörlich und haben auch mal eine kleine Auszeit verdient. Und die verschaffe ich ihm am besten indem ich mein kreatives, inneres Kind glücklich mache, z.B. beim „intuitiven Malen“.

Intuitives Malen in München - Sabine Zinsberger

Das Tor der Gegenwart führt zu unserem heilen, kreativen Kern

Vielen Erwachsenen fällt es schwer, dem Verstand weniger Aufmerksamkeit zu schenken und ihn mal zur Ruhe kommen zu lassen. Das ist ganz natürlich. Denn wie gesagt, ist es der Job unseres Verstandes, sich Sorgen zu machen und Probleme zu wälzen (und damit Negatives fokussieren). Wenn wir uns dafür entscheiden, den Verstand für einen Augenblick mal abzuschalten, würde das bedeuten, die Kontrolle abzugeben:

  • für einen Moment loszulassen, was in der Vergangenheit geschehen ist und
  • Abstand zu gewinnen zu den Befürchtungen über die Zukunft

Wenn wir das schaffen (wenn auch nur für die Dauer eines Atemzuges), sind wir schon mittendrin in unserem inneren, heilen Kern. Denn der kurze aber entscheidende Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft – das ist die GEGENWART. Da wo das eigentliche Leben geschieht. Die Gegenwart ist frei von Zeit, Raum und Regeln. Und daher unserem Verstand völlig fremd. Denn das Leben im Hier und Jetzt liegt außerhalb seiner Reichweite, außerhalb seiner Kontrolle. Unsere Gedanken können sich nur über bereits Geschehenes den Kopf zerbrechen (Vergangenheit) oder sich auf noch nicht Geschehenes fokussieren (Zukunft).

Doch das wahre Leben findet im gegenwärtigen Moment statt, frei von jeglichen Gedanken. Und hier findest du auch den Zugang zu deinem heilen, kreativen Kern.

Bunt und lebendig Workshops Malen München

Jeder Mensch trägt ein heiles, kreatives Kind in sich

Wieder mit seinem authentischen und kreativen Kern aus der Kindheit in Kontakt zu kommen, bedeutet gleichzeitig, sich mit seinen angeborenen Grundbedürfnissen verbinden. Als Kind wussten wir genau, was wir brauchten und scheuten uns auch nicht davor, unsere Wünsche kundzutun. Wir haben ganz selbstverständlich dafür gesorgt, dass es uns gut geht. Gleichzeitig waren wir Meister darin, tief in den gegenwärtigen Moment einzutauchen. Jedes Kind hat es geliebt, weißes Papier bunt zu bemalen oder mit Kreide die grauen Straßen zu verschönern. Damals ging es uns nicht darum, ein schönes Ergebnis zu erzielen, ein Kunstwerk zu erschaffen. Nein, als Kind haben wir gemalt um des Malens willen. Wir haben ganz selbstverständlich aus unserem Innern heraus entschieden, welche Farbe wir gerade brauchen und ob der Baum eine Zipfelmütze mit Augen bekommt oder nicht. Wir haben nicht erst unseren Verstand gefragt, ob es richtig oder falsch ist, was wir tun. Wir sind unseren inneren Impulsen gefolgt. Unserer Intuition.

Was wäre, wenn du ganz einfach dein Sorgenkarussell gegen eine Portion bunte Kreativität eintauschen könntest?
Der einfachste Weg, vollkommen gegenwärtig zu sein und in diesen authentischen Kern direkt einzutauchen ist: sich kreativ auszutoben – z.B. mit Farben und Formen beim intuitiven Malen.

Das Intuitive Malen ist im Grunde eine Form der aktiven Meditation. Wir vertiefen uns ganz in den gegenwärtigen Moment. Wenn wir vollständig eintauchen in die Welt der Formen und Farben, vergessen wir alles um uns herum und beginnen unseren heilen Kern wahrzunehmen. Ein Ort in uns, der frei ist von Verletzungen, frei von Zukunftsängsten oder Problemen. Wir sind eins mit uns selbst, unserem ursprünglichen Wesenskern, den wir seit unserer Kindheit in uns tragen. Unserem authentischen ICH. Frei von Einengungen und Begrenzungen des Verstandes. Alles ist möglich, alles darf sein. Und schon sind wir mitten in unserer natürlichsten Form von Kreativität. Wir sind nun im Fluss, genießen das Flow-Gefühl.

Leichtigkeit stellt sich ein. Unser Sorgenkarussell ist nun im Kurzurlaub.

Innere Kinder lieben Farben, keine großen Worte

Beim Malen bedarf es keiner großen Worte. Als wir auf die Welt kamen, lernten wir als erstes den Buntstift in die Hand zu nehmen und uns über Farben auszudrücken. Der Verstand und seine Worte kamen erst später hinzu. Denn das Gefühl braucht keine Worte, der Verstand schon.

Beim Malen den Gefühlen ein Bild geben

Meine Erfahrungen bei der Arbeit mit meinen Klienten und Teilnehmern meiner Workshops zum intuitiven Malen zeigen: Durch Farben ist es möglich, wieder Zugang zu seinen verborgenen Gefühlen zu bekommen. Beim spontanen, intuitiven Spiel mit der Farbe lernen wir loszulassen und die Kontrolle abzugeben. Die Vernunft wird nun für diesen Moment nicht gebraucht. Sie darf sich zurückziehen. Unser inneres Kind, unser natürlicher, verspielter Wesenskern bekommt wieder mehr Raum. Alles darf sich zeigen. Es darf endlich seine – oftmals unterdrückte – Wut ablassen und seine Angst oder Trauer ausdrücken. Das wird von den meisten meiner Klienten als entlastend und stärkend erlebt. Und oft kommt anschließend wie von selbst das Sonnenkind mit seiner Lebensfreude und Kraft hervor. So ähnlich wie wenn nach dem Regen eben wieder die Sonne scheinen darf.

Ein einziger Moment kann alles verändern

Um einen geschützten, geborgenen Rahmen für solche emotionalen Erfahrungen zu schaffen, arbeite ich gern in persönlichen Einzelsitzungen oder mit kleinen Gruppen. Denn nur, wenn sich meine Klienten und Teilnehmer rundum wohl und sicher fühlen, kann sich der authentische Kern, das innere Kind mit all seinen Gefühlen auch wirklich zeigen.

Wie wertvoll und wirkungsvoll es ist, seiner Kreativität freien Raum zu lassen, erlebe ich immer wieder. Ich erinnere mich noch gut an Erfahrungen der Teilnehmer meiner Workshops:

  • Eine Frau erzählt, dass sie einen inneren Kampf in sich austrägt. Sie ärgert sich, dass sie der von mir geführten Meditation nicht folgen kann, weil ihr Verstand nicht zur Ruhe kommt. Anschließend malt sie ihre Ängste und macht sie auf Papier sichtbar. Sie beginnt zu weinen. Endlich. Sie fühlt sich erleichtert. Damit ist der Weg nun frei für Entspannung. Sie hat nun wieder einen Zugang zu ihrem inneren Kind gefunden. Sie geht entspannt und voller Freude heim.
  • Eine Frau kennt ihr inneres Kind bereits recht gut. Sie beschäftigt sich viel mit ihm. Hat viele Bücher darüber gelesen und sich viel theoretisches Wissen darüber angeeignet. Doch sie mag ihr inneres Kind irgendwie nicht. Kann es aber nicht in Worte fassen, warum. Als es daran geht, dass sie ihr inneres Kind malen darf, greift sie zu eher dunklen Farben und malt es klein und unauffällig rechts unten in die Ecke des Bildes. Anschließend beim Betrachten des Bildes schlage ich ihr vor, das Bild zu drehen. Das innere Kind hat nun einen präsenten Platz rechts oben bekommen und strahlt über das ganze Bild wie eine Sonne. Auf meine Frage hin, wie sich das anfühlt, ist sie sprachlos. Staunt. Dann weint sie vor Rührung. Sie ist überwältigt von der neuen Wirkung. Die Änderung der Perspektive hat eine starke Resonanz in ihr erzeugt. Es fühlt sich so gut an, sagt sie. Ein ganz neues Gefühl. Sie hängt das Bild in Ihr Wohnzimmer, um sich jeden Tag aufs Neue daran zu erinnern, dass sie es verdient hat, sich selbst wichtig zu nehmen.
  • Ein Mann erzählt, er hat sich sein ganzes Leben sich zurückgenommen. Sich selbst nicht geliebt. Alle anderen waren wertvoller als er. Er hat angefangen viel zu essen und dann sich regelmäßig zu übergeben. Er hat jahrelang unter Bulimie gelitten. Heute weiß er, dass gesunder Egoismus wichtig ist und dass er gestärkt aus seiner Krise hervorgegangen ist. Er malt einen Baum mit tiefen Wurzeln. Und ganz intuitiv und voller Vergnügen viele bunte Kleckse auf die Baumkrone. Er sagt, ihm ist nun bewusst geworden, dass er sein Leben bunt machen möchte. Er geht zufrieden und entspannt aus dem Workshop.
  • Eine Frau trägt eine tiefe Traurigkeit in sich. Sie hat ihre Kindheit nicht leben können. Ihr verletztes inneres Kind hat sie tief weggesperrt um zu überleben. Beim Malen spürt sie diese Traurigkeit. Während des Malprozesses wandelt es sich jedoch. Sie betrachtet ihr Bild und muss lachen über so viel Lebensfreude im Bild. Ein Haus, ein Garten, lachende Strichmännchen, eine Sonne. Alles wie von Kinderhand gemalt. Einem Sonnenkind. Es hat wieder Platz in ihrem Leben.

Es ist nie zu spät, den heilen Kern wiederzuentdecken

Ich bin letztens auf einen Artikel vom Hirnforscher und Autor Dr. Gerald Hüther gestoßen. Er bestätigt darin, dass erfreulicher Weise jeder Mensch diesen Weg zum heilen, authentischen Kern auch noch spät einschlagen kann. Selbst im Altersheim kann man noch einen Zugang zum wahren ICH finden. „Dafür braucht es im Grunde nur berührende Erfahrungen, die es ermöglichen, wieder mit seinem authentischen Selbst aus der Kindheit in Kontakt zu kommen.“*

Mut zur Farbe – Du kannst das auch

Insbesondere introvertierte, hochsensible Frauen möchte ich ermutigen, ihre Gefühle durch intuitives Malen auszudrücken. Denn oft tendieren sie dazu, ihre Gefühle für sich zu behalten und Probleme mit sich selbst auszumachen. Und gerade für diese leisen Menschen ist diese wortlose ART der Kreativität eine wundervolle Methode, sich der eigenen Gefühle bewusst zu werden und selbst damit ein Stück näher zu kommen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir alle die Möglichkeit zu einem glücklichen, erfüllten Leben in uns tragen.

Auch, wenn es sich manchmal vielleicht nicht so anfühlt, es gibt einen unversehrten, gesunden und kraftvollen Ort in dir. Er ist da und bereit, entdeckt zu werden!

*Quelle: Artikel aus Zeitschrift Psychologie heute „Was braucht der Mensch?“

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